#1 Joseph Smith und seine Mormonenlehren von Gerlinde 10.12.2018 16:31

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Seit ich von den Mormonen weg bin, habe ich mich immer gefragt, ob Joseph Smith, der Gründer der Mormonen, wirklich so war, wie Mormonen ihn darstellen. Als Drehbuchautorin (Hobby) weiß ich, dass man nie eine Figur eindimensional darstellen darf, weil es sonst langweilig und vorhersehbar ist (die Handlung); und zudem niemand nur gut oder nur böse ist.
Also begann ich von den Jahren 2012 bis 2015, mich intensiv mit der Person Joseph Smith und seinen Lehren zu beschäftigen, und fand dabei heraus, dass Joseph Smith vieles, aber niemals ein Märtyrer war, weil er die Bedingungen für einen Märtyrer nicht erfüllte:

Laut Wikipedia:

Zitat
Märtyrer, auch Martyrer (von altgriechisch μάρτυς mártys „Zeuge“ oder μαρτύριον martýrion „Zeugnis“;[1] weibliche Formen Märtyrerin bzw. Martyrerin sowie Märtyrin bzw. Martyrin), sind Menschen, die um des Bekenntnisses ihres Glaubens willen leiden, ggf. ihren gewaltsamen Tod erdulden.

Die deutsche Übertragung Blutzeuge ist seit dem 17. Jahrhundert eingebürgert. Sie verdeutlicht den Unterschied gegenüber sogenannten Bekennern (lateinisch confessores), die für ihr christliches Bekenntnis unblutige Verfolgung wie zum Beispiel Haft und Verbannung erlitten.



Wie meine Arbeit zeigt, sowie die Aussagen vieler Zeitzeugen und Historiker, die ich zitierte, war Smith das nicht. Hier nur ein Beispiel:


Zitat
Sah Smith seinen Tod voraus?
Eindeutig nein, auch, wenn Mormonen das Gegenteil behaupten. Einer ihrer Legenden besagt, dass Smith, bevor er verhaftet und ins Gefängnis gesteckt wurde, sagte: „Ich gehe wie ein Lamm zur Schlachtbank, doch mein Gewissen ist frei von jeder Schuld“ (Lehre und Bündnisse, 135:4).

Sarah Scott erwähnte in einem Brief, datiert vom 22.Juli 1844, dieses:

„... Joseph prophezeite im letzten Neighbor, der vor seinem Tod veröffentlicht wurde, dass sie über sie alle siegreich hervorgehen würden, so sicher wie es einen Gott in Israel gibt. Joseph prophezeite auch vor einem Jahr vom Podium
herab auf der letzten Konferenz, dass er nicht innerhalb von fünf Jahren von dieser Zeit an getötet werden könnte; dass sie ihn nicht töten könnten, bevor der Tempel fertig gestellt sein würde, denn er hätte eine bedingungslose
Verheißung vom Allmächtigen in Bezug auf seine Tage erhalten, und er hat Erde und Hölle getrotzt; und dann sagte er, indem er seine Hand auf sein Haupt legte, dass sie nie sein Kind töten könnten. Aber nun, dass er getötet ist, sagen einige aus der Kirche, dass er sagte: es sei denn, er lieferte sich aus. Mein Ehemann war zu dieser Zeit dort und sagt, dass es dort überhaupt keine Bedingungen gab und viele andere bezeugen dasselbe... Brigham Young
sagte, wenn er hier gewesen wäre, hätte er nicht zugestimmt Joseph auszuliefern und er wäre verdammt, wenn er sich dem Gesetz des Landes ausliefern würde. Er würde sie lieber zuerst in der Hölle sehen wollen, die Kirche, und dann sagte er, er würde lieber erst die gesamte Schöpfung in der Hölle sehen wollen, bevor er es getan hätte.― (Among the Mormons, S. 152-153) Zitatquelle: http://josephsmith.de.tl/Wie-ein-Lamm-f-.htm

Mormonen glauben das nicht, aber sie wären überrascht, wenn sie den Nauvoo Neigbor vom 19. Juli 1844 lesen würden, wo Joseph Smith selbst diese Aussage tätigte:

„Ich warne hiermit im Namen des Städtischen Gerichts von Nauvoo die Gesetzlosen, sich nicht voreilig in unsere Angelegenheiten einzumischen, denn so sicher es einen Gott im Himmel gibt, WERDEN WIR TRIUMPHIEREND ÜBER JEDE UNTERDRÜCKUNG EINHERREITEN. JOSEPH SMITH, Bürgermeister― Zitatquelle: http://josephsmith.de.tl/Wie-ein-Lamm-f-.htm

Nur wenige Tage nach seiner Prophezeiung wurde Smith ermordet... (...)

Das Joseph Smith nicht damit rechnete, im Gefängnis von Carthage zu sterben, oder zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt zu werden, weil er dem damaligen Generalmajor der Nauvoo Legion, Jonathan Dunham in einem Brief befahl, ihn aus dem Gefängnis zu befreien. In dem Buch von Harold Schindler, „Orrin Porter Rockwell; Man of God, Son of Thunder”, steht auf Seite 130 das Folgende:

„Weil Ford Joseph erlaubt hatte, die Wohnung des Schuldners im Gefängnis zu benutzen, und mehreren Freunden des Propheten den Zugang erlaubte, war es möglich, Botschaften aus Carthage heraus zu schmuggeln. Da er erkannte,
dass die Zeit kostbar war, diktierte Joseph eine Notiz an Generalmajor Jonathan Dunham, in der er befahl, die Legion heraus zu rufen und sofort zum Gefängnis marschieren zu lassen. Dunham erhielt die Nachricht in Nauvoo, aber unterließ es, den Befehl auszuführen.
Einer der Legionäre, Allen Stout, sagte: 'Dunham ließ keinen einzigen Mann oder Sterblichen wissen, dass er solche Befehle erhalten hätte, und wir wurden bewaffnet in der Stadt behalten und wussten nur, dass alles in Ordnung wäre.― (Orrin Porter Rockwell; Man of God, Son of Thunder, S. 130) Zitatquelle:http://josephsmith.de.tl/Wie-ein-Lammf-.htm

Wie reagierte Dunham, und wie reagierten die Mormonen auf seine Reaktion?
Dunham ignorierte den Befehl seines „Oberbefehlshabers“, weswegen Mormonen ihn damals mit den übelsten Schimpfwörtern belegten, wovon „Verräter“ und „Feigling“ noch die Harmlosesten waren.
Was aber wäre geschehen, wenn Dunham dem Befehl Folge geleistet hätte? Ein Blutbad wäre geschehen, und Mormonen wie Nichtmormonen wären gestorben, und der Hass auf beiden Seiten hätte sich verselbstständigt.

(aus meinem Manuskrikt)

Handelt so ein Märtyrer, indem er ein Blutbad riskiert? Indem er sich von einer Militärmacht befreien lässt?

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